Konzertbericht GospelTrain

25.11.2018 22:25 von admin

„Herr Schuldt, sie sind swag!"

Umjubelt: Doppelkonzert von Gospel Train in der Ebert-Halle

■ (pm) Harburg. „Warum diese große Begeisterung für GospelTrain?“, mag der eine oder andere fragen. Die Antwort hat GospelTrain, sofern es überhaupt noch notwendig war, am vergangenen Wochenende mit seinen zwei ‒ nota bene ‒ ausverkauften Jahreskonzerten in der Heimfelder Friedrich-Ebert-Halle gegeben. Es war einmal mehr ein stimmgewaltiger Auftritt, in dem der Chor der Goethe-Stadtteilschule Harburg nicht nur glänzte, sondern seine Zuhörer ein ums andere Mal von den Sesseln riss. Trotz wechselnder Zusammensetzung, weil jedes Jahr ein kompletter Jahrgang naturgemäß die Schule und zumeist ‒ nach einer Übergangszeit ‒ auch den Chor verlässt, gelingt es Peter Schuldt, Gründer- und Leiter von GospelTrain, gesanglich hochkarätigen Nachwuchs herauszufiltern, der bestechende Qualitäten aufweist. Schon manche Karriere hat hier ihren Anfang genommen.

Schäkern auf der Bühne: Peter Schuldt und Moderatorin Luca Sophie Büttner.
Schäkern auf der Bühne: Peter Schuldt und Moderatorin Luca Sophie Büttner.

 

Bereits die alljährlichen Auftritte des Unterstufenchors unter der Leitung von Ute Hatzel zum Konzert-Auftakt lassen erahnen, aus welchem Potenzial GospelTrain schöpfen kann. Mit einem gefühlvollen „Shosholoza“ startete der Chor in sein Abendprogramm, um dann mit Cruisin‘ for a Bruisin‘ und den ‒ hier stellvertretend für alle anderen genannt ‒ Solisten Björn & Jojo einen rasanten Kontrapunkt zu setzen, der fetziger gar nicht hätte sein können. Bereits nach den ersten drei Songs stand fest: GospelTrain hält auch diesmal, was er verspricht. Er begab sich, entsprechend dem Motto des Konzertes, „auf seine eigene Umlaufbahn“ und kreiste dementsprechend von Szenenapplaus zu Szenenapplaus. Mit „Can‘t help falling in love“ oder auch „Photograph“ setzte GospelTrain weitere Akzente, bevor er seine Fans mit einem mitreißenden Rock‘n Roll-Medley in die Pause entließ.

Jojo und Björn, zwei (nicht nur) rockige Solisten.
Jojo und Björn, zwei (nicht nur) rockige Solisten.

 

Wenn man als Dirigent mit jungen Menschen zusammenarbeitet, dann muss man sich, was naheliegend ist, auch auf ihre Welt einlassen. Dass Peter Schuldt ein Ehremann ist ‒ entsprechend dem Jugendwort des Jahres ‒ mochte der Mann aus Finkenwerder gerne nachvollziehen; dass er „swag“ sei (Jugendwort 2011), gab ihm schon Rätsel auf. „Herr Schuldt, Sie sind lässig“, klärte die Moderatorin Luca Sophie Büttner auf. In der Tat: Lässig und doch mit dem notwendigen Ernst hat Peter Schuldt seinen Chor auf die Erfolgsschiene gebracht. Eine Leistung, für die er und natürlich der Chor bereits mehrfach ausgezeichnet wurden. Den Sound noch in den Ohren, war es der Gast-Solistin Katharina Vogel vorbehalten, Teil zwei des Konzertes einzuläuten. Die norddeutsche Singer/Songwriterin singt... natürlich über die Liebe und das Leben. „Alle Erfahrungen, die in mir wichtige Spuren hinterlassen, werden in meinen Songs verpackt, berichtet die 33-Jährige und erläutert: Sie verbinden leben und lieben mit genießen und kämpfen und durchaus auch mal mit aufgeben. Die Texte möchte ich nicht in komplizierte Worte fassen, ein Bild reicht mir Vorlesevöllig aus. Meine Songs sind meine Fotografien“. Katharina hatte Songs aus ihrem Album „2 Minuten“, aber auch ganz frische Sachen im Gepäck. Begleitet wurde sie von ihrem Pianisten, Produzenten und bestem Freund Matthias Kloppe. Von beiden möchte man bei nächster Gelegenheit mehr hören.

Katharina Vogel: Singer-Songwriterin und erstmals Gast in Harburg
Katharina Vogel: Singer-Songwriterin und erstmals Gast in Harburg

 

Mehr gab es dann von Gospel Train, nämlich zwei Titel, die man mit diesem Chor verbindet: „Higher and Higher“ sowie die heimliche Harburg-Hymne „Ich bin Harburg“. Mit „Underneath The Snow“ und „Hallelujah“ lieferte der Chor den Beweis für den Grund, warum seine jüngste CD den Titel „Seelenfutter“ trägt. Die beiden (und viele weitere) Songs sind, ebenso wie „Crazy“ oder „Lean On Me“ einfach... Seelenfutter! Kracher reihte sich an Kracher, ehe die jungen Sänger mit einem Pop- Medley allmählich auf das Ende des Konzerts zusteuerten, das passenderweise mit „When The Music Fades Away“ ausklang. Mit seinen knapp 20 Titeln hatte Gospel Train wieder einmal bewiesen, dass, wie Luca Sophie Büttner es formuliert hatte, „bei uns alles möglich ist“, von Plattdeutsch bis zu den Pointer Sisters. Für das Publikum galt, nachdem der letzte Ton verklungen war, was der eine Titel der Sisters behauptete: „I‘m so exited“.

Eine Erfolgsgeschichte: Gospel Train und Peter Schuldt.
Eine Erfolgsgeschichte: Gospel Train und Peter Schuldt.

 

Fotos: pm

Der Bericht ist dem "der neue RUF - Harburg" Nr. 47/2018 vom 24.11.2018 entnommen und hier abrufbar.

 

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